In der Ausstellungsreihe Zwischenraum
(Treppenhaus und Büro Admiralitätstraße 74)

Christoph Rauch: Der Raum zur Treppe,
Teil 1: Büro - Teil 2: Leseraum

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Eröffnung: 26. November 2004, 20 Uhr
Zu besichtigen während der Öffnungszeiten der Westwerk-Ausstellungen
27. November bis 5. Dezember 2004
Montag­Freitag 16­20.30 Uhr, Samstag und Sonntag 13­18 Uhr und nach Vereinbarung.

Hamburg in den 80ern und in den 90ern: Songs wie »Senat fressen Straße auf« und Statements wie »Westwerk lutscht« prägen das Bild des Künstlerclubs auf der Fleetinsel. Seit rund 20 Jahren betreiben die KünstlerInnen und BewohnerInnen der Admiralitätstraße den Westwerk e.V. und entwickelten dadurch eine der kontinuierlichsten, selbstorganisierten Kunstaktivitäten in der Geschichte Hamburgs. Bevor sich die Vereinsarbeit mehr auf die Schreibtische der einzelnen Mitglieder verteilte, wurde lange Zeit das Programm vom Westwerk-Büro aus koordiniert, einem kleinen Erkerzimmer oberhalb des Ausstellungsraums. Hier haben sich über Jahre die Spuren der Clubgeschichte angelagert; Planungsdiagramme, Fanpost und vor allem zahlreiche Arbeiten von KünstlerInnen, die im Westwerk ausstellten. Mittlerweile war das Erkerzimmer zu einem verwunschenen Ort geworden, einem miniaturhaften Dornröschenschloss am Ende des einst repräsentativen, hanseatischen Treppenaufgangs in der Admiralitätstraße 74.

Der in Hamburg lebende Künstler Christoph Rauch, dessen Arbeiten sich durch Eingriffe in konkrete Situationen auszeichnen, wurde vom Westwerk für die Reihe Zwischenraum eingeladen, die diese Treppe thematisiert. Dabei stand für ihn nicht nur das leere Bildfeld im Treppenhaus ­ die Stelle eines gestohlenen Seestücks ­ in Frage, sondern auch der verschlossene Raum, zu dem der Aufgang führt.

Das Projekt Der Raum zur Treppe besteht aus zwei Teilen. Ab dem 26. November wird das Büro vorgestellt. Christoph Rauch sondiert die Zeichen der Westwerk-Aktivitäten, systematisiert sie und schafft dabei Platz. Die über 40 Arbeiten von Westwerk-Künstlern - von Achim Beitz bis zu Cathy Skene/Christoph Schäfer ­ wurden »entstaubt« und in einer eigens konzipierten, wabenartigen Konstruktion aus Recyclingmaterial im Wandschrank des Büros untergebracht. Mit einem zusätzlichen Register und einer Fotodokumentation erschließt sich somit erstmals die Arbeit des Westwerks im Überblick.

Im Anschluss richtet Christoph Rauch den zweiten Teil des Projekts ein: den Leseraum. Hierfür wird das Erkerzimmer von Grund auf renoviert und seine Funktion erweitert. Bei dem Leseraum handelt es sich um eine Bibliothek aus Lektüren, Publikationen und Videos reisender KünstlerInnen und KunstaktivistInnen. Bislang wurde der von der Hamburger >projektgruppe< initiierte Room for Northeast Reading mobil betrieben. Durch die Revision des Westwerk-Büros wird eine stationäre Nutzung dieses Leseraums möglich. Die Präsentation des zweiten Teils des Projekts Der Raum zur Treppe ist für Januar 2005 geplant.

Weitere Infos über: Christoph Rauch, Telefon 040-4302067, cr@projektgruppe.org